Frage
Widget, als wir uns entschlossen haben ein Interview mit einem Model zu machen, ist relativ schnell Dein Name gefallen. Direktbuchungen durch bekannte Firmen, Stockfotos, interessante freie Projekte und ein Studium, das nicht ohne ist. Erzähle uns bitte einmal wie es dazu kam.
Antwort
Au weia, das ist so so lange her. Ich muss erstmal mein Köpfchen sortieren. Es war auf jeden Fall keines Weges geplant, geschweige denn meine Absicht, dass dieser Beruf mich einmal ereilen könnte. Aber zur Erklärung: Es war reiner Zufall! Damals gab es das Ascherslebener Gesicht 2005 und ich wurde so lange von einigen Leuten dazu überredet mitzumachen, bis ich nicht mehr anders konnte als zuzusagen. Dort belegte ich den zweiten Platz und wurde angesprochen, warum ich nicht öfter vor der Kamera stehen würde. Ich bekam Tipps, wo man sich denn zu der Zeit anmelden konnte, um sich erstmal nach und nach ein Portfolio aufzubauen. Nach einiger Überlegung folgte dann das erste Shooting. Ich wollte mit 19 meinem damaligen Partner eine kleine Freude zu Weihnachten machen und nutze die Chance auf freier Basis ein Shooting zu vereinbaren. Bei den ersten Shootings war mein Vater ab und an dabei. Ich begann allerdings ein halbes Jahr nach meinem Abitur im Sommer 2005 erstmal eine Ausbildung. Diese hatte natürlich Vorrang, jedoch legte ich mir einige Shooting-Termine in die Urlaubsferien. Mein Glück war, dass ich von Anfang an gute und liebe Fotografen/-innen hatte, die mich abgelichtet haben und fast immer Make-up Artistin gestellt wurde und ich in meiner Reise immer Unterstützung erhalten habe. Durch Zufall hatte ich schon nach ca. einem halben Jahr den ersten Job. Ich war erstaunt und glücklich, dass es so gut begann. Und so kam es nach und nach, dass ich mein Portfolio recht schnell auf einem guten Niveau aufbauen konnte, so dass die ersten Workshop – Anfragen in den Folgejahren eintrafen. Nachdem ungefähr zwei Jahre vergangen waren, folgten in größeren Abständen mal kleine und etwas größere Jobs per Direktbuchung, bis dann nach ca. 4 Jahren die ersten Agenturen auf mich aufmerksam wurden und mich direkt anschrieben. Bis dato hatte ich mir ehrlich gesagt nie Gedanken gemacht einer Agentur beizutreten. Denn ich wusste, dass ich eventuell etwas zu klein bin und nicht zu 100% den damaligen Anforderungen entsprach. Zumindest dachte ich so, und wurde halb eines Besseren belehrt und halb stark auf dem Boden der Tatsachen gehalten. Denn ich fing an mich zu erkundigen und überlegte mir, da ich aufgrund der Workshops und vereinzelter Werbejobs eh ein Nebengewerbe angemeldet hatte, mich auch mal selber bei Agenturen zu bewerben, die mir empfohlen wurden. Ich bekam sowohl Absagen als auch Zusagen. Logisch! Denn meine Größe und mein Typ sind nicht ganz so einfach zu vermitteln. Allerdings musste ich schnell feststellen, dass ich zu einer Karteileiche wurde und eher weniger bis keine Jobs über die ersten Agenturen erhielt. Somit bin ich recht schnell wieder aus den Agenturen ausgetreten. Es folgten nach und nach wirklich die Agenturen, welche sich gut um mich gekümmert haben und auch weiterhin kümmern. Wenn ich darauf zurückblicke, war dieser zufällige Weg doch ein sehr harter und steiniger. Kurz nach dem ich meinen Beruf aufgegeben hatte und mich meiner Studienchance widmete, kam die Anfrage zu Stockbildern und ich wurde noch im selben Jahr ( 2012 ), durch die Empfehlung eines Fotografen, von einer Agentur aufgenommen, die für meinen Typ wirklich herausragend ist. Und ich muss sagen, ab da ging es erst so richtig, richtig voran und es kamen weitere kleine und große Erfolge. Zusammengefasst kann man also sagen, dass alles erst nach ca. 6 Jahren richtig ins Rollen kam, und ich auch die Aufmerksamkeit von Fotografen und Agenturen bekam, die mein Potential erkannten. Insgesamt bin ich jetzt schon ca. 14 Jahre dabei.